WdJ 2016

Wald-Klima-Pfad 2017

Bereits seit Jahrzehnten werden die Berliner Wälder nachhaltig bewirtschaftet, um Bestände mit möglichst großer Naturnähe, Vielfalt und Vitalität zu entwickeln. Die Bewirtschaftung orientiert sich deshalb nicht vorrangig an ökonomischen, sondern vor allem an sozialen und ökologischen Interessen. Ziel der Berliner Forsten ist es, den Wald und seine vielfältigen Funktionen für die kommenden Generationen zu sichern.

Im Jahr 1991 verankerten die Berliner Forsten ihr Konzept zur naturgemäßen Waldbewirtschaftung in ihrer Waldbaurichtlinie. Seit 2001 bzw. 2002 ist dieses Konzept sogar ökologisch zertifiziert. Mit der Zertifizierung haben die Berliner Forsten sich vertraglich verpflichtet, ihren Wald nach den Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) und des Naturland-Verbandes zu bewirtschaften. Die Einhaltung der Zertifizierungsstandards wird regelmäßig durch unabhängige forstliche Gutachter kontrolliert.

Aufgrund der Zertifizierung müssen u. a. folgende Kriterien berücksichtigt werden:

Beim Waldbau nutzen die Berliner Forsten die Kräfte der Natur. Das bedeutet, dass der Wald nach Möglichkeit vorrangig durch Naturverjüngung entwickelt wird. Langfristig werden heimische Baumarten gefördert und strukturreiche Mischbestände angestrebt.

Bei der Bewirtschaftung wird auf Chemikalien wie Pestizide und Düngemittel verzichtet.

Die Holzernte wird in den Berliner Wäldern so schonend wie möglich durchgeführt. Im Vordergrund steht vor allem der Schutz des Waldbodens. Häufig kommen deshalb Rückepferde zum Einsatz. Die Ernte erfolgt einzelstammweise, auf Kahlschläge wird gänzlich verzichtet.

In den Berliner Wäldern gehen Naturschutz und Forstwirtschaft Hand in Hand. Gemeinsam mit den Naturschutzbehörden fördern die Berliner Forsten die biologische Vielfalt der Wälder und entwickeln Strategien zum Schutz seltener Arten und deren Lebensräume. So werden beispielsweise besonders bedeutsame Biotopbäume und Totholzinseln ausgewiesen und von der Bewirtschaftung ausgenommen, um Biotopstrukturen für holzbewohnende Arten zu erhalten und zu fördern.

10 % der Waldfläche wurden als Referenzflächen ausgewiesen, auf denen jegliche Eingriffe unterbleiben. Auf diesen Flächen wird die natürliche Entwicklung des Waldes beobachtet, um Hinweise für die Forstwirtschaft auf der Gesamtfläche abzuleiten. Im Grunewald liegen zwei Referenzflächen von je 60 ha Größe.

Referenzfläche (Planungsbüro Förster)