WdJ 2016

Siedlungsgeschichte

Vielfältige archäologische Funde belegen: Wermsdorf und seine Umgebung waren bereits Siedlungsgebiet von Menschen in der Stein-, Bronze- und Eisenzeit. So gibt es beispielsweise Fundstellen von Hügelgräbern aus der Jungsteinzeit nahe des Forsthauses Seelitz. Am Doktorteiche hingegen liegen zahlreiche Fundstellen von Flachgräbern aus der Lausitzer Kultur. Dieses bronzezeitliche Gräberfeld wurden zwischen 700 und 1350 v. Chr. angelegt. Nach der altgermanischen Besiedelung in der Eisenzeit ab 400 v. Chr. war die Region um Wermsdorf ab 400 schließlich weitestgehend unbesiedelt. Ab Ende des 6. Jahrhunderts folgt dann die slawische Besiedelung mit zahlreichen Fundstellen nördlich von Göttwitz. Mitten in die Entwicklung sorbischer Besiedelung und Wirtschaft fällt 929 die Eroberung des Gebietes bis zur Elbe durch den deutschen König Heinrich I. Ab dieser Zeit siedelten Deutsche und Sorben in der Region des Wermsdorfer Waldes nebeneinander. In dieser Zeit entstand auch das Dorf Nennewitz. Zwischen 1360 und 1380 war Nennewitz Teil einer wüst gewordenen Grundherrschaft, welche ab dieser Zeit wieder vom umgebenden Wermsdorfer Wald überwachsen wurde. Die Gründe für das Verlassen der Siedlung sind nicht bekannt. Mögliche Ursachen sind eine spätmittelalterliche Agrarkrise oder eine Pestepidemie.

 

Bild 16 Uwe Lange (76)Grundmauern eines Gebäudes des wüsten Dorfes Nennewitz. Diese sind Teil des Kulturlandschaftsmuseum im Wermsdorfer Wald.

 

Erste schriftliche Überlieferungen der Entstehung von Ortsteilen der Gemeinde Wermsdorf stammen aus der Zeit von 1185 (Collm) bis 1428 (Lampertsdorf). Wermsdorf selbst wird im Jahre 1206 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Unter anderem geht aus dieser Urkunde hervor, dass sich Wermsdorf einmal im Besitz einer adligen Familie befand, die dem Ort einen Namen gab. Zwischenzeitlich befand sich die Herrschaft Mutzschen mit Wermsdorf und seinem Wald im Besitz der Burggrafen von Leisnig, ehe sie in den Besitz der Herren von Starschedel gelangte. Wie und wann dieser Besitzübergang stattfand, ist nicht bekannt. Überliefert ist jedoch, dass die Wettiner in Person von August I. diesen Besitz 1565 kauften und so den Grundstein für die spätere, glanzvolle Geschichte Wermsdorfs, seines Waldes und seiner Schlösser legte.