WdJ 2016

Der Schönbuch

Der Schönbuch

 

Mitten im Neckarraum südlich von Stuttgart liegt das Kleinod Schönbuch, welches 1972 zum ersten Naturpark Baden-Württembergs erklärt wurde. Fast die gesamte Waldfläche ist als Schutzgebiet ausgewiesen.

In den Wald eingebettet sind romantische Täler, liebliche Streuobstwiesen und Weiher, Halbtrockenrasen und Feuchtwiesen sowie das malerische Zisterzienserkloster Bebenhausen. Die hauptsächlich von Eiche und Buche gebildeten Wälder mit ihrem strukturreichen Aufbau bieten einer reichen Flora und Fauna Lebensraum. Acht Specht- und 15 Fledermausarten sowie die meisten heimischen Baumarten sind im Schönbuch zu finden.

In den naturnahen und praktisch unverbauten Bächen finden Wasseramsel, Feuersalamander und Steinkrebs Lebensraum. Zudem ist der Schönbuch eines von nur fünf Rotwildgebieten Baden-Württembergs.

Wenige Wälder weisen so viele Zeugen frühzeitlicher Siedlungsgeschichte auf wie der Schönbuch. Die zahlreichen Kleindenkmale machen ihn zu einem Lesebuch lokaler Geschichte. Soldatengräber und Hirschsteine, Gedenksteine und Brunnen wurden liebevoll restauriert und nehmen den Besucher mit an die Schauplätze längst vergangener Ereignisse.

Besucher können rund 20 Kilometer weit durch naturnahe Wälder wandern ohne auf eine Straße zu stoßen. Wegen des anspruchsvollen Geländes bietet der Schönbuch für den Laufsport ein ideales Trainingsfeld, in dem sogar Olympiasieger und Weltmeister regelmäßig trainieren.

Für Forstleute ist der Schönbuch ein komplexes Nebeneinander von Anforderungen, die es unter einen Hut zu bringen gilt. Vorrangige Ziele sind Erholung und Naturschutz, doch das Geld dafür stammt zu einem großen Teil aus der Holzproduktion. Rotwilderhaltung und Erholung, Veranstaltungen zur Umweltbildung und die Umsetzung anspruchsvollen Waldbaus erscheinen als Quadratur des Kreises.

Der Schönbuch verlangt engagierte Forstleute und fordert sie in allen Belangen. Ihr Lohn ist ein lebendiger Wald, der als Lebensraum wie als Erholungsgebiet überzeugt.